Darkstar

darkstar

Darkstar.
News From Nowhere.
Warp.

Nachdem die Mädchen nicht mehr so sind, was sie früher waren, scheint auch der Begriff Mädchenmusik, ehemals vermeindlich eindeutig, nun unscharf. Zumindest früher also hätte man Darkstars zweites Album „News From Nowhere“, so kategorisiert. Die traumgefangene, sehnsuchtsvergorene Stimme von James Buttery, eingenebelt in pastorale, radiohead-eske Soundfäden, vermittelt eine jahreszeitenunabhängige und sorgenenfreie Lümmelsofakuschelatmoshäre mit angenehmen Teegerüchen, Gebäck und einer heimeligen Serie auf dem Bildschirm. Für einige mag das, was das West Yorkshire Trio Darkstar hier vorspielen, Anlass zum schnellen Einpacken und Gehen sein. Das lustvolle Gähnen aber verhindern die in allen Tracks fein versteckten, unpassend wirkenden Details. Hier eine leiernde Gitarre, dort eine doch zu düster wabernde Synthfläche. Einmal auf die Fährte gebracht wird die Lust, all diesen hintergründigen Splittern nachzuspüren fast zwanghaft. Bemerkenswerteweise könnte man heutige Mädchen auch so empfinden, irgendwo immer in kleine Wiedersprüche verstrickt. Mädchenmusik also.