Dean Blunt

blunt

Dean Blunt.
The Redeemer.
Hippos In Tanks.

Dem weltweit mit fasziniert hochgezogenen Augenbrauen begeistert aufgenommenen Kosmos von Hype Williams entronnen, releast Dean Blunt hier erstmals unter eigenem Namen ein Soloalum. Nachdem Inga Copeland, zweiter Teil des Duos im März mit ihrer Debut Ep die disparate Stange gewohnter HW Machart wieder aufgenommen hat, wählt Blunt den weitaus rougheren Weg durch den dunklen Wald. Je weiter man in die kantige 80er Ästhetik seiner Produktionen eindringt, lässt die Schnörkellosigkeit seiner eher mit dem Tacker als im Rechner aneinander gehefteten Samples den Mund vom O zum Strich, zum umgedrehten U und wieder zurück geraten. Die Chuzpe einfach den Drumpart von Kate Bushs „Sat In Your Lap“ mit Chor und einem minimalen Streichquartett zu unterlegen, um darauf Sprechgesang auszubreiten, muss man erst mal haben. Oder ein allzu bekanntes Pink Floyd Stück zum Loop zu runden und das auch noch „Papi“ zu nennen. Ehhh? War bei HW Orientierungslosigkeit und Konfusion zu einem fein dosierten, geschlossenen System verpackt, legt Blunt alle Elemente nebeneinander und lässt Finken darauf rumhüpfen. Zwei Ausnahmetracks ragen hier wie Berge aus dem finsteren Blättermeer, das Titelstück „The Redeemer“ und „Imperial Gold“. Blunt turnt hier verschmitzt lässig auf gängigen Singer/Songwriter Klischees herum. Ansonsten ist der Artist auf diesem Album sehr verstört, sehr gebrochen, sehr allein. Ziemlich ehrlich, einfach so, das muss man erst mal ertragen können.