Downliners Sekt

downliners

Downliners Sekt.
Silent Ascent.
InFiné.

Seit dem 2008er Longplayer „The Saltire Wave“ hat man lange auf das dritte Album der Stilhybrid Meister Downliners Sekt aka Fabrizio Rizzin und Pere Solé warten müssen. Die fünf EPs dazwischen waren eine wohlig spritzige Verköstigung, hier nun endlich „Silent Ascent“ und das ziept und zupft so fruchtig perlend am Tanzbein wie es nicht besser zu erhoffen war.
So gestaltet man hochkomplexen Dancefloor, da muss man auch die eingeflossenen Styles oder Microgenres nicht beim Namen nennen. Wer hier nicht das Schuhwerk fester zurrt damit es einem später nicht um die Ohren fliegt, der darf auch nicht in der Ecke sitzend mitanstossen. Schüttelt die Flaschen, lasst die Korken Sputnik spielen und — Spass!!!

Francesco Tristano

Francesco Tristano.
Idiosynkrasia.
Infiné.

Der als „Artist in Residence“ ab November bei den Hamburger Symphonikern Konzerte gebende, klassisch ausgebildete Pianist und Juillard Absolvent Tristano, klopft sauber die Grenzen zwischen akustischer und elektronischer Musik ab und verpasst ihnen mit kleinen und grossen Hämmern mächtig Löcher. Die beiden von Granden wie Murcof und Moritz von Oswald produzierten Vorgängeralben finden nun ihre in die ordnenden Hände von Carl Craig gelegte Fortsetzung. Von Tristano als das „Mekka des Sounds“ bezeichnet bietet das Planet E Studio eine gewünschte und perfekte Grundlage dem Detroit Sound nachzuspüren, um sich hier nicht nur des Grossmeisters Techno anzunehmen sondern auch der Stadt eigene, musikhistorisch tiefer liegende Schichten wie den Motown Style freizulegen. Heraus kommt ein Album dass auf weiter Strecke ein harmonisches Amalgam aller erwähnten Elemente entwickelt, richtig anpackend aber sind die Momente in denen der 4/4 Beat einem intimeren Dialog zwischen Piano und Craig’scher Elektronik weicht.

Arandel

Arandel.
In D.
Infiné.

Arandel ist ein Pseudonym, dessen Träger unbenannt verbleiben will. Alles klar soweit. Arandel möchte, entsprechend der Von Trier’schen Dogma Idee, ein Statement gegen die Nutzung von Midi und Sampling setzen; puristisch, nur mit den Instrumenten die in seinem Studio  stehen, der Begriff Lo-Fi fällt auch. Aha. Sodann folgen im Pressetext als  Allgemeinplatz ein Zitat von Sigmund Freud, Begriffe wie das Unerwartete, Transformation und freier Raum zupfen zusehends an meiner kleinen Vorstellungskraft. Schliesslich wird Terry Riley’s ‚In C’ als Arbeitsmethodik  (In D, verstehste?) herangezerrt, während das Album in meinem Ohr paralell dazu unablässig eine musikalische Nullnummer nach der anderen runterschubbelt. Das Ganze würde ich mich noch nicht mal unter anonymer Tarnkappe trauen anzudenken, geschweige denn zu veröffentlichen. Unfassbar viel Lärm um nichts hier, oder um mein Hirn gütlich mit einem FK Wächter Zitat wieder runterzukühlen – Der Kragenbär, der holt sich munter, einen nach dem andern runter.

Aufgang

Aufgang.
Aufgang.
Infiné.

Aufgang sind die beiden Pianisten Rami Khalifé und Francesco Tristano Schlimé, der Schlagzeuger und Hip-Hop Produzent Aymeric Westrich, plus ihr offizielles, heimliches viertes Mitglied Francois Baurin, der dieses Album produziert hat. Nach einem spontanen gemeinsamen Auftritt von Khalifé und Tristano Schlimé, einem sofortigen Booking für das Sonar Festival und der Ep ‚Sonar’ hier das Debutalbum. Das selbstbetitelt zwischen Konzertsaal und Club hin und her schwebende Produkt zieht vor allem dann mit einer klaren Virtuosität davon, wenn es unbelastet von programierten Beats atmen kann, diese wirken einfach zu simpel gebaut. Der Ansatz die repetitiven Strukturen des Techno mit improvisatorischen Anteilen und klassischen Strukturen (Zitat) zu versetzen ist zeitgemäss und durchaus löblich. Bei ‚Prelude Du Passé’, ‚3 Vitesses’ und ‚Soumission’ ergibt das auch sehr schöne und spannende Stücke, gerade weil das Schlagwerk Khalifé’s und Tristano Schlimé’s wunderbares Zusammenspiel schmeichelnd umtanzt, statt sich platt darunterzulegen. Das Gesamtprojekt hingegen verliert sich ungeniert im Plastikflokati gerader Beats, für Freunde von Jeff Mills sicherlich ein interessanter Quegang. Francesco Tristano solo zieht mir da eher die Wurst vom Brötchen.