Oneohtrix Point Never

Oneohtrix Point Never.
Replica.
Software.

„Noise can be sculpted down to pop, pop can be sculpted down to noise“.
Der aus der Brooklyn Noise Scene stammende Daniel Lopatin aka Oneohtrix Point Never veröffentlich auf seinem Label Software ein Album, ein Werk, dessen genreübergreifende Finesse staunen macht. Nichts scheint dem philosophisch stark durchdrungenen Artist zu unantastbar, um es nicht durch seinen brillanten Schredder zu drücken. 70er Cosmic Trance, 80er New Age und 90er Drone werden zu einem gebrochenen, gehetzten Loopgemenge verschmolzen, das es in der Form, nur mit anderen Ingridenzien selten, etwa bei einigen Prefuse 73 Tracks zu hören gab. Heraus kommt ein fast hysterischer, im richtigen Moment in sich brechender, sich ständig im Fluss befindlicher Soundtrack, der die gängigen „cinematic“ Floskeln seiner Zeitgenossen dezent aber zielsicher ins Knie schiesst.
Lopatin kommt nicht mit der an Filmbilder erinnernden Zartfühligkeit aktueller Produktionen daher, er erschiesst dich mit einem aus seiner Pumpgun abgefeuerten Flut winziger Zelluloidfragmente. Der Hörer träumt sich nicht in einen kuscheligen Score, er erliegt wohlig ermattet dem Schrapnellgewitter. So ist das Eingangszitat nicht eine schlapp an der Fahne hängende, wunschverzehrte Worttändelei, sondern zu eine straff im Wind wehende Kampfansage. Grosse, sehr grosse Kunst.