Shivers

shivers

Shivers.
s/t.
Miasmah.

Rutger Zuydervelt aka Machinefabriek umtriebig zu nennen wäre gröbstens untertrieben und es käme einfacher diejenigen aufzuzählen, mit denen er noch nicht gekuschelt hat. Wundersamerweise halten seine vielfältigen Produktionen dennoch einen gehobenen Qualitätsstandart, so auch sein neuester Wurf. Das Trio Shivers setzt sich aus ihm, Gareth Davis und Leo Fabriek zusammen. Für diese Kollaboration hat sich Zuydervelt den ersten David Cronenberg Film als Konzept vorgenommen und den Titel der Einfachheit halber gleich zum Projektnamen gemacht. Die Gefährdungen des eigenen Körpers durch fremde Infiltration und / oder durch ungewollte Transformation ziehen sich durch die sechs Tracks wie eine mit Nadeln bespickte bittesüsse Spur. Drone, Noise, Psychedelic und Free Jazz zerren nicht nur garstig am Ohr, der ganze Organismus fühlt sich unsanft geschmiergelt. Gerade weil die intelligent eingewebten, Beruhigung suggerierenden Passagen letztendlich doch nur den Horror verzögern, zieht „s/t“ weiter seine feinen Haarrisse über die Haut. Was hier draufsteht ist also auch drin. Sehr selten das.

Juv

Juv.
s/t.
Miasmah.

Inspiriert von den minimalistischen Werken der Swans, Sonic Youth und The Melvins machten sich die beiden Norweger Are Mokkelbost und Marius Von Der Fehr in den Jahren 1996 bis 1998 auf die Suche nach einer eigenen Klangwelt. Herausgekommen ist eine ambientdurchzogene, bitterkalte Doom Landschaft, wiederausgegraben und auf dick befellten Handschuhen präsentiert von Miasmah Mastermind Erik Skodvin; „Juv“, auf deutsch Abgrund, wirkt wie ein entfernter Verwandter Skodvin’s eigener Arbeiten. Die sehr rudimentär angelegten Stücke mit teilweise nur einem Chordwechsel, frippartigen Gitarrenfeedbacks und endlos stehenden, leicht modulierten Flächen frieren den Hörer  behende auf seinem Stuhl fest, mit dem er sanft gezogen über den Tiefen kreisen darf. „s/t“ zwingen dieses Bild auf und verhindern es gleichzeitig, man darf Betrachter sein aber nicht mehr, die Musik spielt alleine für sich weiter, ein selten geglücktes und sehr faszinierendes Schauspiel.